Angst hat jedes Kind. Doch die Angst darf niemals zu groß werden. Um das zu verhindern, muss man das Gefühl der Angst verstehen und kennenlernen. Wie gut, dass es die Geschichte vom Grüffelo gibt! Aber es gibt noch viele andere Inspirationen und Tricks, wie du mit deinen Kindern über dieses wichtige Gefühl ins Gespräch kommen kannst. Außerdem erfährst du, wie deine Kinder mäusestark werden, um böse Monster in die Flucht zu schlagen. Und warum Singen gegen Angst hilft!

 

Die Waldmaus

Manchmal kann man eine Waldmaus beobachten, wie sie vorsichtig aus ihrer Höhle lugt. Wenn Gefahr droht, verschwindet sie ruckzuck wieder in ihre Höhle. Auch Kinder spüren Spannungen um sich herum. Vielleicht liegt Streit in der Luft, oder es sind Zeiten wie diese, die bei vielen unbestimmte Ängste auslösen. Doch egal wie, das Wichtigste ist, die Angst der Kinder immer ernst zu nehmen - das Angstgefühl mit ihnen zu teilen und sie nicht damit allein zu lassen.

 

Keine Angst vor Worten

Kinder haben oft noch keine Worte für Angstgefühle. Deshalb musst du mit ihnen über diese Gefühle reden, und Worte dafür finden. Wenn sich deine Kinder sicher fühlen, kannst du mit ihnen zusammen auch eine Angstgeschichte lesen. Zum Beispiel die Geschichte vom Grüffelo.

Beobachte die Kinder dabei: Hält sich ein Kind die Augen zu? Rückt es ganz nahe an dich heran? Dann nimm dies als Anlass für ein Gespräch, frage die Kinder, ob sie die Angst der Tiere in der Geschichte auch gespürt haben. Unterhaltet euch darüber, ob sie selbst schon mal Angst gehabt haben und wovor. Oder gibt es Dinge, vor denen sie immer ein bisschen Angst haben? Wovor habt ihr die größte Angst?

Sammelt alle Angstgefühle, die euch einfallen, egal wie abwegig sie erscheinen mögen. Jedes Kind sollte die Gelegenheit bekommen, etwas zu erzählen. Von der Angst vor dem Schatten unterm Bett, die Angst, beim Balancieren runterzufallen oder die Angst vor der Spinne.

Wichtig ist, dass auch du als Erwachsene/r mitspielst. Dann sehen deine Kinder: Angst zu haben ist ganz normal, darüber zu reden auch – Hauptsache, die Angst macht nicht stumm. Und wetten, dass es ein Angsterlebnis gibt, über das deine Kinder alle lachen, weil es so komisch ist?

 

Worte suchen

Um Worte für das Gefühl der Angst zu finden, könnt ihr zusammen auch das »Angst-Wort-Spiel« spielen: Sucht verschiedene Worte, die Angst ausdrücken. Du kannst sie für deine Kinder aufschreiben. Ältere Kinder oder Geschwisterkinder, finden bestimmt noch viele andere Worte wie: sich fürchten, sich erschrecken oder einen Riesenschreck bekommen, Furcht und Bammel haben, schleichende oder kriechende Angst, zittern, bibbern, bange sein, Beklommenheit empfinden. Natürlich könnt ihr auch eigene Angstworte erfinden – die »Superquietschangst« oder »Turboangst«.

Oder wollt ihr lieber einen mäusestarken Abwehrzauber erfinden, zum Beispiel ein »Angst-weg-Gedicht«?

 

Angst wegsingen

Wenn es passt, könnt ihr das Gedicht auch in ein Lied umwandeln, das ihr zu einer bekannten Melodie singt. Verrate deinen Kinder ruhig den genialen Trick, dass man nicht gleichzeitig Angst haben und singen kann! Während man singt, ist der Bereich im Gehirn, der die Angst auslöst, blockiert. Und wenn ihr kein Gedicht habt, könnt ihr passenderweise auch das Grüffelo-Lied singen …

 

Bilder finden

Wenn du merkst, dass dieses Thema die Kinder beschäftigt, kannst du sie am nächsten Tag bitten, ob sie von ihren Angsterlebnissen erzählen und sie aufmalen möchten - Angstorte, Angstpersonen, Angstsituationen oder Angsttiere. Lass dir von den Kindern erzählen, was sie gemalt haben, notiere es auf der Rückseite des Bildes. Sprecht darüber und lass die Kinder mit ihren Ängsten nicht allein. Schlag ihnen vor, dass sie sich am nächsten Tag alle in schlaue Mäuse verwandeln. Dann könnt ihr zusammen, mäusestarke Tricks erfinden, um Ängste zu verjagen!

 

Schutzmonster

Um die Angst zu bannen oder vor unguten Gefühlen zu schützen, kannst du mit deinen Kindern Angstmonster oder einen »Schutz-ling« machen – das ist eine kreative Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten, die den Kindern das Gefühl gibt, selbst etwas gegen die Angst tun zu können. Jedes Kind bastelt oder malt sich sein eigenes Schutzmonster, das es vor Gefahren beschützt. Es kann aussehen wie ein Engel, wie ein Einhorn, wie ein Superheld, wie Opa/Oma oder wie der Grüffelo. Ihr könnt natürlich auch einen Stein bemalen. Oder Schutzbilder malen, die ihr an das Fenster klebt. Es sind alles Rituale, mit denen sich das Kind ausdrücken kann.

 

Monster-Weg-Wasser

Sätze wie »Monster gibt es doch gar nicht« oder »du musst keine Angst haben« helfen Kindern, die Angst haben, nicht. Im Gegenteil. Besser ist es, wenn ihr euch Strategien überlegt, wie man so ein blödes Monster in die Flucht schlagen kann. Zum Beispiel mit einer Sprühflasche, in dem jedes Kind sein eigenes »Monster-Hau-ab-Elixier« mischen kann. Dafür braucht ihr folgende Dinge:

 

  • eine Plastik-Sprühflasche für jedes Kind

  • 1 Karaffe / Krug mit Wasser

  • Trichter, große Löffel, Siebe

  • Zutaten wie Zitronen, Nelken, Blüten, Pfefferminzblätter, Kamille, zerstampfte Blätter, schwarze und rote Pfefferkörner

 

Die Zutaten alle in den Wasserkrug geben, ziehen lassen, umrühren, Zauberformel sprechen und mithilfe von Sieb und Trichter in die Sprühflasche geben, die zum Schluss auch noch mit dem Namen beschriftet wird. Hauptsache:

Monster weg! Angst weg!