Keine Angst vorm Grüffelo!

Angst ist ein wichtiges Gefühl, aber sie darf niemals zu groß werden. Deshalb muss dein Kind selbst erleben, wie spannend und vielfältig Angst ist und wie man mit ihr umgeht

Große Gefühle

Angst ist ein großes und wichtiges Gefühl. Kinder fürchten sich vor ganz unterschiedlichen Dingen. Es gibt die Angst, nachts allein aufs Klo zu gehen, die Angst, verlassen zu werden und alleine in der Kita bleiben zu müssen oder die Angst ausgeschimpft zu werden. Das sind ganz unterschiedliche Formen von Angst.

Für solche Ängste gibt es viele Ursachen. Manchmal sind sie ganz banal, manchmal steckt anderes dahinter. Aber immer muss man sie ernst nehmen. Verharmlosen darf man keine. Das Wichtigste ist, dass die Angst niemals zu groß wird!

 

Bilderbücher machen Mut

Es gibt viele tolle Bilderbücher, bei denen Angstgefühle im Mittelpunkt stehen. Eines davon ist die Geschichte vom »Grüffelo«. Es ist spannend, wie unterschiedlich Kinder reagieren, wenn man ihnen die Geschichte vorliest. Das eine lacht alle Angst weg, holt tief Luft und will unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht. Das andere Kind verkriecht sich bei dir und wird ganz unsicher. Manchmal ist es einfach nicht der richtige Zeitpunkt (einige Monate später noch mal lesen!). Auch wenn alle den Grüffelo kennen, darf man nicht vergessen: Die Geschichte ist komplexer als man denkt!

 

Guten Tag, Angst - der Angst begegnen

Die Maus ist wirklich ganz schön schlau. Muss sie auch sein, denn sie ist klein. Da ist es nur logisch, dass sie Angst davor hat, dass man ihr das Fell über die Ohren zieht, denn eine kleine Maus verspeist man schnell! Die Maus hat eine super Idee: Frech und clever wie sie ist, denkt sie sich einfach einen monstermäßigen Freund aus – den Grüffelo. Es ist ihre Fantasie, die ihr hilft, mit der Angst umzugehen. Mehr noch, sie dreht den Spieß sogar um und schlägt ihren Feind in die Flucht!

Fantasie ist immer gut. Aber es gibt natürlich noch ganz andere Strategien, damit Kinder das Gefühl von Angst besser einschätzen oder fühlen können und hier Selbstkompetenz entwickeln: Worte finden, beschreiben und darüber reden ist eine gute Möglichkeit.

 

Ein »Angst-Buch« zum Selbermachen

Alles, wovor man Angst haben kann, könnt ihr in einem leeren Buch sammeln. Schreibt und malt Tipps und Tricks auf, wie man der Angst begegnen kann. Es ist aufregend, was Kindern dazu alles einfällt. So lernt dein Kind die Angst kennen, erfährt wie unterschiedlich Angstgefühle sind, wann sie wichtig sind und wann man sie überlisten muss. Ob alle Tricks realisierbar sind, ist dabei erstmal unwichtig.

Aber nicht nur die Maus, sondern auch der Grüffelo bekommt es mit der Angst zu tun. Kinder sollten wissen, dass Angst nicht nur Kindersache ist. Angst ist alterslos – wie alle Gefühle. Auch Erwachsene haben Angst vor Spinnen, Hunden, dem Zahnarzt, Fahrstuhl zu fahren oder ganz anderem. Wenn Kinder (Geschwisterkinder, Freunde) und Erwachsene bei diesem »Angst-Buch« mitmachen, wird daraus ein gemeinsames Projekt.

 

Das Herz in die Hand nehmen

Das Buch könnt ihr an einen Platz stellen, wo sich jede und jeder das Buch mal ausleihen kann. Je mehr Ideen und Perspektiven darin versammelt sind, desto spannender und desto wahrscheinlicher, dass darin jede und jeder etwas findet, was ihr oder ihm hilft. Vor allem sieht man, dass dieses Gefühl alle kennen.

Es gibt viele Strategien, wie man der Angst begegnen kann und wie man sich Mut macht – manchmal bleibt einem allerdings nur, die Beine in die Hand zu nehmen und abzuhauen. Die letzte Seite des großen »Buches der Gefühle« lautet sowieso: »Wenn die Angst zu groß wird, such dir Hilfe!«

Ganz wichtig: Angst ist kein schlechtes Gefühl, sondern eines wie jedes andere auch. Das Angst-Gefühl darf nur nicht zu groß werden. Also, keine Angst vor der Angst!